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Es waren die Römer, die als Erste die Kunst des Veredelns,
der fast unendlich scheinenden ständigen Verbesserung der Frucht,
anwandten! Während Cato nicht über mehr als sechs Sorten berichtete,
notierte Plinius zweieinhalb Jahrhunderte später bereits um die vierzig.
In der Renaissance waren es knapp zweihundert, und heute sind wir bei
der sehr symbolischen Zahl von zweitausend angelangt. Und alle, egal ob
Mostbirne, Tafelbirne, vergessene oder sorgfältig gepflegte Birne,
regionale oder weltweit verbreitete, unbekannte oder berühmte Birne,
alle sind sie getauft. Wie bei den Rosen tragen sie oft den Namen einer
angebeteten oder anbetungswürdigen Frau- Alexandrine Douillard,
Louise-Bonne d'Avranches - oder nüchterner den ihres Schöpfers, wie bei
der berühmten Williams-Birne.
Unter den acht Sorten, die am häufigsten auf unseren Tischen
zu finden sind, liegen Guyot und Williams (ein Abkömmling der Williams
Christ) mit einem Marktanteil von 50 % weit vorne. Danach folgen
Vereinsdechant, Passe-Grassane, Conférence, Gellerts Butterbirne, Gute
Luise aus Avranches oder auch Alexandrine Doulliard. Von Juli bis April
teilen sie sich den Kalender und variieren Farbe, Textur und Geschmack.
Unter den Anbau gebieten ist das Loiretal eine der demokratischsten
Regionen, denn dort werden ohne Unterschied Passe-Crassane-,
Vereinsdechant- oder Conférence-Birnen angebaut. Die Normandie hat sich
auf Mostbirnen spezialisiert, aus denen ein Cidre mit dem Namen "Poiré"
gebraut wird. Im Bezirk Domfrontais wagt sich die Birne sogar in die
lokalen Calvados-Destillerien vor, und das mitten im Apfelland!
Zu den beliebtesten Birnen gehören die Gute Luise und die
Vereinsdechant-Birne, beides Töchter des französischen Westens. Die
erste wurde einer gewissen Louise de Longeval aus Avranchine gewidmet,
die man, da sie von allen geschätzt wurde, gerne "die gute Louise"
nannte. Die zweite sah das Licht der Welt auf der Landwirtschaftsmesse
1849 in Angers. Dort haben ganze Generationen von Pomologen dafür
gesorgt, dass vergessene Sorten erhalten und künftige erfunden wurden.
Jetzt sind es die Forscher des Instituts für Obst- und
Zierpflanzenzüchtung in Angers, die über das Schicksal der französischen
Birne wachen. Ihr jüngstes Kind heißt "Angélys", entstanden aus der
Kreuzung der Vereinsdechants- und der Winterdechants-Birne. Mehr als
anderswo beherzigt man in Angers den Vergil zugeschriebenen Rat:
"Pfropfe den Birnbaum, Daphnis, die Enkel pflücken die Früchte."
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